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A Beautiful Day – A Beautiful Movie1 min read

1. Mai 2018 < 1 min read

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Ach manchmal will ich einfach nur Filme sehen, die mich emotional fesseln, ohne dabei wirklich moralisch zu wirken. Manchmal ich will einen Antiheld sehen, der mit seinen eigenen Problemen kaum klar kommt und gegen sich selbst und die Welt kämpfen muss. Manchmal will ich einfach nur Gewalt in Filmen sehen, wie sie ist: dreckig und ekelhaft.

In den letzten Jahren griff ich meistens auf die Filme von Nicolas Winding Refn („Drive“, „Only God forgives“) oder auch auf Klassiker wie „Taxi Driver“ zurück. Doch mit A Beautiful Day (Originaltitel: „You were never really here“) gibt es nun eine weitere Alternative.

Der Film dreht sich um Joe, gespielt von dem unfassbar genialen Joaquin Phoenix, („Walk The Line“, „Her“), welcher abermals brilliert, einen abgehalfterten, suizidären Mann, welcher für Geld Kinder, die entführt worden sind, zurückzuholt. Was nun genau passiert, dass solltet ihr selbst herausfinden, denn Joes Motive für seine Taten ergeben sich erst im Laufe des Filmes und werden in wunderschön eingespielten Sequenzen immer klarer.

Allgemein ist der Film der Schottin Lynne Ramsay, welche auch das Drehbuch nach einem Roman von Jonathan Ames geschrieben hat, unfassbar toll in Szene gesetzt: sie zeichnet eine Welt, so brutal und dreckig, dass man als Zuschauer geradezu davon aufgesogen wird. Dabei wird Gewalt oftmals gar nicht explizit gezeigt, meist nur die Folge davon, verkrümmte Leichen, Blutlachen, aber wenn dann ein Mord doch zu sehen ist, dann in einer Form, die einem die Sprache verschlägt.

Der Film ist bereits letztes Jahr beim Filmfestival Cannes prämiert und wurde dort für das beste Drehbuch und den besten Hauptdarsteller ausgezeichnet. Zu Recht.