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Das neue Album ‚Hidden Scenes‘ von Matto Rules6 min read

20. Mai 2018 4 min read

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Das neue Album ‚Hidden Scenes‘ von Matto Rules6 min read

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Matto Rules. So heisst die fünfköpfige Indiewave-Band aus dem schönen Bern. Am 9. März brachten sie ihr neues Album Hidden Scenes heraus, bei dem sie sich ganz auf die Welt der Träume fokussiert haben. Man taucht in sonderbare Welten ein, sei es durch die treibenden und hypnotisierenden Rhythm-Sections, die verzaubernden Synth-Klänge oder durch den alles erklärenden Gesang. Eine Mischung aus längster Vergangenheit und vorherrschender Zukunft, die durch verschiedenste Elemente aus verschiedensten Zeiten zusammengesetzt wird, zieht sich wie ein faszinierender Spannungsbogen durch das ganze Album hindurch.

Surreal und doch sehr berührend, diese Kombination ist gar nicht ganz so einfach hinzukriegen. Wie das Rezept von Matto Rules lautet haben wir leider nicht herausgefunden, doch sie erzählten uns einige interessante Dinge aus ihrem Leben als Musiker.

Ausserdem präsentieren wir im letzten Teil dieses Artikels noch die exklusiven Videos ihrer Plattentaufe, die sie in der Dampfzentrale in Bern feierten.

 

matto rules im gesprÄCH

Ihr habt diesen Frühling euer neues Album Hidden Scenes herausgebracht. Was ist die Message hinter diesem Projekt?

Die Message dahinter ist die Suche nach einer Zwischenwelt, das Eintauchen in das Unterbewusstsein, in eine Traumwelt. Das inspirierte uns sehr stark. Die einzelnen Songs repräsentieren sozusagen Träume und die Texte sind die Traumbilder dazu. Das zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Album Hidden Scenes.

Das Album besteht ja aus neun Songs und hat eine Dauer von insgesamt 34 Minuten. Wie genau habt ihr dieses Album zusammengesetzt? Gibt es einen Grund für die Anordnung der verschiedenen Lieder?

Wir hatten ursprünglich mehr Lieder als dann schlussendlich im Album erschienen sind. Es war fast doppelt so viel Material. Wir machten dann eine Auswahl. Einerseits schauten wir was musikalisch und andererseits was thematisch passt, sodass es ein Album wurde. Es sollte ein Ganzes werden und nicht nur aus einzelnen Teilen bestehen. Für uns war es das erste Mal, dass wir es so gemacht haben. Bei Hidden Scenes haben wir den „Album-Ansatz“ bewusst anders gewählt.

Jetzt seid ihr unterwegs, um euer neues Album zu präsentieren. Spielt ihr nun ausschliesslich das neue Album oder auch ältere Songs?

Nein, wir spielen auch ein paar alte Songs. Wir haben ja auch schon vor zwei Jahren ein Album gemacht, eine EP vor vier Jahren und dazu auch noch ein paar Singles. Davon haben wir auch noch ein paar Songs herausgepickt, da es auch einfach coole Livesongs sind.

Nachdem wir mit dem Album fertig waren, haben wir quasi nochmals einen zweiten Arbeitsprozess eingeschaltet. Die Songs waren fertig, doch wir wollten noch schauen, wie wir sie live gut inszenieren und dramaturgisch am besten in Szene setzen können.

Wie sind die Reaktionen auf das neue Album?  

Wir sind sehr zufrieden. Wir wurden sozusagen von einem berüchtigten Musikjournalist aus Bern geadelt. Er ist bekannt für seine Verrisse des Gurtenfestivals. Wir kamen bei ihm sehr gut davon. Er hat unser Album offenbar sehr gern gehört und somit haben wir schon mal eine wichtige Hürde genommen. Auch live kam es gut an. Wir konnten unsere Plattentaufe kaum erwarten. Wir freuten uns unglaublich, wieder draussen zu stehen und Musik zu machen.

Ist das nun der Höhepunkt eurer Karriere?

Es ist sicher in Bezug auf die Stimmung und die Art wie wir die Menschen abholen können und wie die Energie vom Publikum zurück kommt etwas Neues. Das ist sicher ein Höhepunkt und so kann es gerne weitergehen.

Gibt es einen Auftritt, der besonders heraussticht?

Im Positiven oder im Negativen? (Lacht)

Wir sind an beiden Geschichten interessiert.

Im Positiven sicher die Plattentaufe am letzten Freitag. Da ist der Funke wirklich gesprungen. Wir haben bei den Songs auch längere Intros gehabt oder schalteten Zwischenteile ein, wo wir bewusst Raum für gewisse Improvisationen liessen. Es war nicht so ganz klar, wo es durchgeht oder wo man sich wieder findet. Aber das haben wir bewusst eingebaut und das hat so sehr gut funktioniert. Ich denke gerade, dass das auch ein Grund ist warum es sich lohnt, an unsere Konzerte zu kommen.

Man wird also live auch überrascht?

Absolut. Wir haben bewusst einen Ansatz gewählt, bei dem wir die Songs nicht immer genau nachspielen. Wir möchten nicht einfach möglichst perfekt den Album-Song nachspielen. Vielmehr versuchen wir Songs neu zu beleben, denn live zählen andere Dinge als im Studio. Darum ist es sicher gut, wenn man auch offen ist. Aber natürlich ist es vorteilhaft, wenn man den Song noch erkennt. (lacht)

Es gibt viele Beispiele von Songs, die man 7-10  Minuten in die Länge ziehen kann. Live funktioniert das super.

Habt ihr ein spezifisches Vorbild? Gerade beim neuen Album?

Ganz viele verschiedene. Ich denke, es ist auch etwas, das uns charakterisiert. Ein bestimmtes Vorbild gibt es nicht. Wir sind für längere Zeit unterwegs und machen auch schon lange Zeit Musik. Ich denke es ist mehr ein Gefühl, das man kreieren möchte. Möglichst eins zu eins seinen eigenen Ausdruck zu finden.

Es gibt Bands, die wir sehr gerne hören. Aber ob das jetzt Vorbilder sind…  Wir möchten ja nicht genau so tönen wie sie.

Du hast vorher vom eigenen Ausdruck gesprochen. Wie würdet ihr denn euren eigenen Sound beschreiben?

Wir sind eine Band, die stilistisch gerne etwas ausprobiert. Ich denke wir entwickelten uns in den acht Jahren, die es uns jetzt gibt, immer weiter. Wir haben uns selber mal auf IndieWave definiert. Das trifft es relativ gut, da wir Independent-, sowie Wave-Elemente besitzen. Dazu haben wir aber auch Electronic-Rock Anteile.

Mit unserer Traumwelt haben wir auch gemerkt, dass diese Träume auch eine Rückschau auf die Musikgeschichte der letzten dreissig, vierzig Jahre sind. Wir haben Elemente der Achtziger, also die Wave Sachen, aber auch Elemente der Neunziger, womit wir kokettieren. Irgendwo kommen wir mit unserer Musik auch im „Heute“ an, gerade dort wo der Fokus auf dem Beat vom Schlagzeug liegt.

Was sind eure Ziele für die Zukunft?

Wir würden gerne viele Konzerte spielen. Zum Beispiel in Luzern fänden wir es wieder einmal cool. Wir buchen gerade viele Konzerte und probieren, unser Album voll auszukosten. Und so wie ich uns kenne, geht es nicht allzu lange bis jemand von uns wieder einen kreativen Schub hat. Dann geht es wieder los.

Interview: Jan Rucki

 

exklusive live-videos der
plattentaufe von ‚hidden scenes‘

Heute präsentieren Matto Rules drei Songs, die sie an der Plattentaufe aufgezeichnet haben, exklusiv bei frachtwerk. Durch die längeren oder neuen Intros, die Zwischenteile und die Outros unterscheiden sich die Live-Versionen massgeblich von den Studioaufnahmen und reissen die Zuhörer und Zuhörerinnen sehr schnell in ihren Bann. Übrigens: Die grobpixeligen LED-Panels, die auf den Clips zu sehen sind, wurden von den Musikern selbst gebaut und sind an ein Traumkonzept von ihnen angelehnt.

Die Live-Videos wurden am 6. April 2018 von Micha Loosli in der Dampfzentrale Bern aufgezeichnet. Abgemischt wurde durch Patrick Lerjen und die live visuals hat Fabian Baer erarbeitet.

YouTube video


Mind Cab live @ Foyer Dampfzentrale Bern


YouTube video


Masquerade live @ Foyer Dampfzentrale Bern


YouTube video


Rocket live @ Foyer Dampfzentrale Bern

Klingt sehr gut, oder? Genau! Deswegen gibt es jetzt bei uns zwei LP-Vinyls von Hidden Scenes zu gewinnen! Und mit etwas Glück gibt es sogar ein Matto Rules-Shirt mit dazu! Einfach hier teilnehmen und gewinnen.

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