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„Ich würde mich den „Musik-Alchemisten“ nennen!“: im Skype-Schwatz mit Axel Vindenes6 min read

21. August 2020 4 min read

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„Ich würde mich den „Musik-Alchemisten“ nennen!“: im Skype-Schwatz mit Axel Vindenes6 min read

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Manhattan, Lion, Texas, Wild Nature oder Axemax: Axel Vindenes lässt sich oft und gerne neue Spitznamen einfallen und veröffentlicht unter seinen Alter Egos verschiedene Solo-Projekte. Nach einem Album als Wild Nature im Jahr 2018 folgen diesen Herbst 9 Songs unter dem Namen Axel Vindenes, wobei „Yesterday“ kommenden Freitag den Startschuss setzt.

Da es die aktuelle Situation nicht zulässt, hat frachtwerk den selbsternannten „Musik-Alchemisten“ nicht persönlich, sondern über Skype auf einen Schwatz getroffen. Die Rede ist von Axel Vindenes, dem Leadsänger der Norwegischen Indie-Rock-Band KAKKMADDAFAKKA, mit welchem wir uns schon im Frühjahr unterhalten durften. Dieses Mal war es aber nicht im Zusammenhang mit der durch ihn gegründeten Band, sondern weil Vindenes gerade ein neues Solo-Projekt gestartet hat und am 28. August seine erste Single „Yesterday“ veröffentlichen wird.

Vergangene Woche gab es einige Anzeichen dafür auf Vindenes Instagramkanal, dass wohl etwas neues ansteht. Nun ist die Katze aus dem Sack und wir haben im Gespräch bereits erfahren, dass ein ganzes Album in den Startlöchern steht und dass, verglichen mit der bereits bekannten Musik von KAKKMADDAFAKKA, mehr „80s-vibes“ und elektronische Klänge dahinter stecken. Und natürlich haben wir das Gespräch auch gleich genutzt, um mit Axel über seine Quarantäne-Zeit in seiner Heimatstadt Bergen zu sprechen. Das Interview mit ihm kannst du bereits jetzt lesen, für neue Musik müssen wir uns aber noch bis am 28. August gedulden!

 

Im Gespräch mit Axel Vindenes

 

frachtwerk: Ich freue mich riesig, mit dir ein wenig über dein kommendes Solo-Projekt zu schwatzen. Vor dem Anruf habe ich mich aber gefragt, wie ich dich nun ansprechen soll. Du hast ja Spitznamen wie Manhattan, Lion, Texas oder Wild Nature.

Axel Vindenes: Also du kannst mich eigentlich so nennen, wie du gerade möchtest! Wild Nature, Axemax oder Rider of the Storm. Ich habe so viele Spitznamen! Aber für dieses Solo-Projekt bin ich einfach Axel Vindenes, also eigentlich mein ursprünglicher Name.

Wo kommen denn all diese Namen her?

Die sind über einige Jahre hinweg entstanden und meist in absolut spassigen Momenten! Wenn du nämlich solche Momente erlebst mit deinen Freunden, dann entstehen diese Spitznamen von alleine.

Hast du ein Beispiel einer Entstehungsgeschichte?

Ich sprach einmal mit einem Freund über Spitznamen und ich erzählte ihm, dass ich den Spitznamen «Miami» erhalten möchte wegen den dortigen Stränden und der Sonne, was zu mir passt. Er meinte dann aber, dass dieser Name besser zu ihm passe und ich mich mit «Manhattan» zufriedengeben musste. Und aus Manhattan wurde dann irgendwann auch «Texas».

Was ja auch ziemlich gut klingt!

Ja klar, denn in Norwegen gibt es ein Wort für «crazy», welches sich wie «Texas» anhört. So würde ich mich auch bezeichnen: ein wenig verrückt und wild. Deshalb trage ich auch den Spitznamen «Wild Nature».

 

„Ich versuche Musik zu machen, bei der ich weiss, dass ich sie selber auch gemocht hätte.“

 

Also ich schlage vor, dass wir der Einfachheit halber bei «Axel» bleiben fürs Interview! Ich wollte mit dir über deine Single «Yesterday» sprechen, welche du am 28. August veröffentlichst. Im Vergleich dazu, was man sonst von dir bei «KAKKMADDAFAKKA» kennt, ist dieser Songs stark von den 80ern und 90ern beeinflusst. Zieht sich das durch das ganze anstehende Album hindurch?

Mehr oder weniger, ja. Ich versuche, Musik zu machen, bei der ich weiss, dass ich sie selber auch gemocht hätte. Ich mache also Musik für mich selbst und ich lasse mich von dem inspirieren, was mich selbst auch geprägt hat. Ich bin mit dieser Art von Musik aufgewachsen und finde sie deshalb grossartig!

Ist ja cool, kannst du genau das machen, was dir auch gefällt!

Total, denn in diesem Solo-Projekt muss ich an niemanden sonst denken, ausser an mich. Wenn ich zufrieden bin mit der Musik, dann ist es gut. Ich kann mich auf dem Musikprogramm austoben und bin nicht auf eine Band angewiesen. Deshalb würde ich mich einen «Musik-Nerd», oder noch besser den «Musik-Alchemisten», nennen. Auf diese Weise kann ich jede Art von Musik machen, auf die ich gerade Lust habe.

Du fühlst dich also auch freier, alleine Musik zu machen?

Ein wenig schon, obwohl ich ja derjenige war, der KAKKMADDAFAKKA gegründet hat und dort schon immer viel selber mitbestimmen konnte. Alleine bin ich aber schon freier und kann versuchen, die Musik zu machen, welche ein Junger Axel auch gemocht hätte.

Entstand die Idee,  neue Musik zu machen und ein weiteres Solo-Projekt zu starten, während der Corona-Zeit zu Hause?

Nein, ich habe zuvor schon eine Weile daran gearbeitet. Aber die Zeit jetzt während Corona ist einfach super, um die Musik zu veröffentlichen.

 

„Ich baue gerade selber einen Pool in meinem Garten, um den Wert meines Grundstückes zu steigern.“

 

Womit hast du denn diese Zeit sonst noch verbracht, ausser mit dem Produzieren von neuen Songs?

Ich baue gerade selber einen Pool in meinem Garten, um den Wert meines Grundstückes ein wenig zu steigern. Nebenbei male ich auch oft, um die gute Laune beizubehalten, da wir keine Konzerte spielen können. Ich hatte zuvor noch nie eine so lange Konzertpause, das macht schon traurig!

 

Axel Vindenes während unserem Skype-Schwatz

 

Auf deiner Homepage habe ich einige deiner Kunstwerke gesehen und unter anderem ein Zitat: «Trying to be cool is in itself something uncool». Hast du nie versucht, cool zu sein? Ist das einfach so passiert?

Doch, ich versuche oft, cool zu sein. Aber ich mache es auf die richtige Art und Weise: Wenn du coole Sachen machst, bist du auch cool. Es ist wie «You are what you eat», also du bist auch was du tust!

Was war denn das Coolste, das du je gemacht hast?

Ich habe mehrere Konzerte in der Schweiz gespielt, das gehört natürlich dazu! Zum Beispiel haben wir als KAKKMADDAFAKKA  2012 in St. Gallen eine Cover-Version von Beyonces Song «Halo» gespielt. Das kann man übrigens auf YouTube nachsehen, eine supercoole Sache!

Haben wir denn die Chance, auch dich als Axel Vindenes bald wieder auf der Bühne zu sehen?

Ja, mein Traum wäre es auch als Solo-Künstler zu touren. Zuerst muss ich aber meine Musik noch an die Leute bringen, deshalb ist dieses Interview hier gerade super! Denn ich würde echt gerne wieder Musik machen und Konzerte geben.

Wir erwarten dich bereits!

Cool, ich komme gerne. Ich würde auch auf privaten Partys spielen, was auch immer ihr wollt!

Darauf werde ich zurückkommen! Worauf freust du dich denn am meisten, wenn du wieder auf der Bühne stehen kannst?

Zuerst mal aus Bergen raus zu kommen und wieder frei reisen zu dürfen, denn der Sommer hier ist gerade ziemlich kalt. Und dann natürlich darauf, all die schönen Leute singen und tanzen zu sehen!

 

Bild: Jorgen Lilleboe Hatland

Text & Interview: Meret Lustenberger