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B-Sides Festival 2020: Fieldsession #1, Bitter Moon4 min read

24. November 2020 3 min read

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B-Sides Festival 2020: Fieldsession #1, Bitter Moon4 min read

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Als wir vergangenen Dezember die letzte B-Sides Fieldsession veröffentlichten, war die Vorfreude auf die nächste Ausgabe des Festivals bereits riesengross. Wenig konnten wir damals ahnen, wie lange wir uns noch auf sie gedulden müssen. Umso schöner, beglückt uns das liebe B-Sides trotz abgesagtem Openair mit einer neuen Fieldsession, lässt uns in Erinnerungen schwelgen und die Vorfreude auf die nächste Saison steigen – wann auch immer sie kommen mag.

Stars der neusten Fieldsession sind Réka und Simon des Duos Bitter Moon. Wer genau die beiden sind, fanden wir in einem kurzen Gespräch heraus. Das Video der sorgfältig kreierten Session findest du am Schluss des Artikels.

Im Gespräch mit Bitter Moon

frachtwerk: Für unsere Leser*innen, welche euch noch nicht kennen: Könnt ihr euch kurz vorstellen? Wer seid ihr? Wie seid ihr zu dem gekommen, was ihr heute macht? Was macht euch aus? 

Bitter Moon: Wir sind Simon und Réka, Mitglieder von The Pussywarmers. Bitter Moon ist unsere Hommage an unsere Liebe der 70er/80er Jahre Kosmische Musik, Filmsoundtracks und frühen Elektronika. Wir bezeichnen unseren Stil als Audiocinema, da wir uns zwischen Liedern und Klangexperimenten bewegen und gezielt bestimmte Atmosphären entwickeln, welche als sehr cinematisch wahrgenommen werden. Uns geht es darum Klangwelten zu bilden, die die Imagination des Zuhörers anregen. 

Für viele Leute, besonders Musiker, stellt die Corona-Zeit ein grosses Hindernis dar. Wie habt ihr das erlebt? 

Am Anfang empfanden wir es als sehr frustrierend, dass alle Pläne sich plötzlich in Luft aufgelöst haben, da wir kurz vor dem Aufbruch zu unserer ersten Europa Tournee für unser Debütalbum waren. Wir konnten aber ziemlich schnell mit der Situation umgehen. Zum kreativen Prozess gehört nicht nur der Moment auf der Bühne, sondern viele andere Faktoren, die oft im Alltag zu kurz kommen. Auf diese haben wir momentan unseren Fokus gelegt. Man kann auch immer etwas Positives aus einer negativ betrachteten Zeit ziehen.  

Habt ihr viel Zeit damit verbracht Musik zu machen oder sogar neue Hobbys gefunden?

Die Pandemie hat viele Fragen aufgeworfen über die Gesellschaft, das System, uns als Individuen und dem Planeten, was mehr als je zuvor zur Reflexion drängt. Einen Schritt zurück zu gehen und eine Pause zu machen ist manchmal wichtig, um zu verstehen, was genau um einen herum passiert und wieso. Aus diesem Grund haben wir uns anfangs zu einer bewussten Pause entschlossen und mit der Zeit kam dann die Musik wieder auf uns zu oder wir auf sie. Zweimal haben wir versucht nach Antwerpen zu reisen, um ein neues Album aufzunehmen, was leider bis jetzt nicht geklappt hat.  

Im Mai habt ihr euer neustes Album «The World Above» veröffentlicht. Hattet ihr die Chance, den Release zu feiern? Fühlte sich der Release bzw. der Empfang des Albums anders an als bei vorherigen Veröffentlichungen? 

Bis jetzt wurde der Release noch nicht wirklich gefeiert und das Album wurde auch nie live vorgestellt. Natürlich fühlt sich diese Veröffentlichung anders an als die Vorherigen, denn ein Release-Konzert ist ein wichtiges Erlebnis, um den Arbeitsprozess abzuschliessen, die Manifestation einer Idee auf einem physischen Objekt zu feiern und die Musik in die Welt freizulassen, sowie loszulassen.

Trotzdem war es wichtig, das Album zu veröffentlichen, da es uns bewusst war, dass viele Menschen zuhause sind und Musik hören. Musik hat uns durch schwierige Phasen im Leben geholfen und der Gedanke, dass unser Album jemandem helfen oder auf eine Reise mitnehmen kann, das motiviert uns. Uns war es wichtig, dass wir Musik zu der heutigen Zeit beisteuern konnten. Es ist eigenartig, denn «The World Above» schwingt nun wirklich irgendwo in einer «World Above». Sie ist nicht wirklich greifbar, aber da.  

Fehlen euch die realen Begegnungen mit Menschen, die eure Musik hören? 

Uns fehlen nicht die Begegnungen mit Menschen, die unsere Musik hören, sondern allgemein die Begegnungen mit Menschen. Konzerte zu spielen oder zu besuchen, ins Kino, Museum oder Theater zu gehen sind Momente des Teilens und des Austausches von verschiedenen Ebenen. Emotionen, Inspiration, Phantasien, Energien und so viel mehr… Das fehlt uns sehr.  

Ihr hättet dieses Jahr am B-Sides gespielt. Wie war es für euch, trotz der Absage des Festivals Teil der Fieldsessions zu werden? 

Die Fieldsession war besonders. Den Kontrast zwischen der gespielten Musik und der Umgebung empfanden wir als inspirierend und komisch zugleich. Es war ein eigenartiger Morgen, gefolgt von einem sehr schönen Tag in bester Gesellschaft im wundervollen Cima Città.

 

Somit präsentieren wir euch die Synth-Träumereien des Duos Bitter Moon. Mit so süssen Klängen, dass sie der Schokolade, welche einst auf dem Areal des Cima Città produziert wurde, definitiv Konkurrenz gemacht hätten.

YouTube video

 

Kamera: Nefeli Chrysa Avgeris
Tonaufnahme & Mix: Simone Bernadoni
Audio-Mastering: Roman Lerch
Bearbeitung & Grading: Nicole Wanderon