Kultur

Wie steht es um die Zukunft des Neubad Luzern? Sechs Fragen an die neue Chefin Nathalie Brunner3 min read

30. März 2021 3 min read

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Wie steht es um die Zukunft des Neubad Luzern? Sechs Fragen an die neue Chefin Nathalie Brunner3 min read

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Das Neubad bekommt eine neue Geschäftsführerin. Nathalie Brunner übernimmt die Stelle von Dominic Chenaux und will das Neubad als Kulturinstitution, die nah und fern für ihre Offenheit und Vielfältigkeit bekannt ist, erhalten und weiter etablieren. Im Gespräch lernten wir die gebürtige Wienerin kennen und stellten ihr sechs wegweisende Fragen.

Nathalie Brunner heisst der Kopf, der die Leitung des Neubad Luzern künftig übernehmen wird. Die 40-Jährige kommt ursprünglich aus Wien und hat sich bisher als Kulturmanagerin und Projektleiterin im Kulturhaus «Kosmos» in Zürich engagiert. Wir haben die neue Chefin von einem der wohl wichtigsten Kulturzentren der Zentralschweiz gefragt, was sie mit ihrem neuen «Baby» vor hat.

Jan Rucki: Welche Vorstellungen und Hoffnungen bringst du mit nach Luzern?

Nathalie Brunner: Im besten Fall, dass mit mir Zürich und Luzern etwas näher zusammenrücken und die Zürcherinnen und Zürcher mal nach Luzern im Neubad schwimmen kommen.

Ich hoffe, dass die lokale, regionale, nationale und internationale Ausstrahlung vom Neubad sich weiterhin gut entwickelt.

Und: Dass wir als Stadtentwicklungslabor und Heimat für so viele Ideen, es bis zum Schluss der Zwischennutzung und darüber hinaus schaffen, das Wissen weiter zu transferieren. So möchten wir einen Beitrag leisten, dass es in Zukunft weitere kreative Freiräume und Orte für die Bevölkerung gibt, die von den Erfahrungen des Projekts Netzwerk Neubad profitieren können.


«Wir stecken alle zusammen in dieser Krise und es ist wichtig für die gesamte Szene vom «Gärtlidenken» wegzukommen und sich als eine starke Branche mit vielen Vertreter*innen zu verstehen. Gemeinsam mehr bewirken.»

Nathalie Brunner, künftige Geschäftsführerin Neubad Luzern


Jan Rucki: Wie möchtest du das Neubad in der kommenden Zeit gestalten?

Nathalie Brunner: Das Neubad ist einer der wenigen Orte in der Schweiz, der aufgrund seiner Philosophie, speziellen Architektur und kompetenten Mitarbeitenden viele kulturelle Formate, Gruppen und eine ausgeklügelte Gastronomie unter einem Dach vereint. Er ist ein multidisziplinäres Kompetenzzentrum. Dieses Spannungsfeld und die Möglichkeit so zu schaffen werden das Neubad weiterhin gestalten.

Unabhängig von Corona kann mensch gerade gar nicht denken. Es ist eine neue Realität mit der wir umgehen lernen und die auch in Zukunft Einfluss auf unser Zusammenleben haben wird. Es ist eine intensive Zeit und weltweite Krise, die dazu führen kann, dass gerade diejenigen, die schon immer mit wenig Mitteln kreative Höchstleistungen erbracht haben, inspiriert sind und neu Wege gehen. Ich sehe die Krise auch als Chance. Das hilft und inspiriert.

Jan Rucki: Für welche Werte stehst du ein?

Nathalie Brunner: Ich bin geleitet von einem starken Gerechtigkeitssinn. Soziale und gesellschaftliche Verantwortung sind mir ein grosses Anliegen – «leave no one behind».


«Erstmal möchte ich nichts ändern, sondern mich mit dem Neubad Team und allen Interessengemeinschaften rund um das Neubad vertraut machen.»

Nathalie Brunner, künftige Geschäftsführerin Neubad Luzern


Jan Rucki: Was möchtest du hier verändern?

Nathalie Brunner: Ich möchte seit jeher den Menschen mit Offenheit, Diversität und spannenden Inhalten den Kopf verdrehen, sowie Geist und Seele mit Weitblick und Nachhaltigkeit inspirieren. Erstmal möchte ich nichts ändern, sondern mich mit dem Neubad Team und allen Interessengemeinschaften rund um das Neubad vertraut machen. Gemeinsam die schwierige Ausgangslage, in der sich die gesamte Kultur- und Gastrobranche covid-bedingt befindet, analysieren und mit viel Mut, Kraft und Gemeinsinn in die wichtige Herbstsaison starten.

Jan Rucki: Was muss unbedingt so bleiben wie es ist?

Nathalie Brunner: Das Neubad ist vor allem ein vitaler und durchmischter Quartier-Treffpunkt, der für alle Interessierten offensteht. Es ist eine inspirative Tankstelle für Leib und Seele, geprägt von Partizipation. Daran soll sich nichts ändern, im Gegenteil.

Jan Rucki: Mit welchem Ziel und welchen Erkenntnissen soll das Netzwerk aus der Corona-Zeit kommen?

Nathalie Brunner: Immer noch da sein, wenn der Spuk vorbei ist und sich weiterhin mit dem gesamten Kulturplatz Luzern, beziehungsweise der Schweiz austauschen. Wir stecken alle zusammen in dieser Krise und es ist wichtig für die gesamte Szene vom «Gärtlidenken» wegzukommen und sich als eine starke Branche mit vielen Vertreter*innen zu verstehen. Gemeinsam mehr bewirken.

Bild: Call Me Swamy Mooday