Gesellschaft

There´s a natural mystic blowin´through the Air – Die Stimme der Natur liegt in der Lyrik Meret Guts2 min read

8. April 2021 2 min read

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There´s a natural mystic blowin´through the Air – Die Stimme der Natur liegt in der Lyrik Meret Guts2 min read

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Begebt euch auf eine fabelhafte Reise und lauscht der Stimme der Wälder, Wiesen und Gebirge. Meret Gut verwurzelt sich tief mit Mutter Natur und ist deren Sprachrohr. Ein magischer Trip, bei dem man die “Zauberin am Berg” trifft und “Die Raubkatzen des Himmels” hört.

Im Gedichtband der Molekularbiologin Meret Gut befinden wir uns in vier verschiedenen Kapiteln, die alle den Fokus auf das Thema Natur legen. Erschienen ist der Band der am Zürichsee Lebenden im Wolfbach Verlag. Neben ihrer Tätigkeit als Biologielehrerin sitzt sie besonders nachts am Schreibtisch und schreibt ihre Gedichte. Die eigentliche Hauptrolle in diesem Werk ist Mutter Erde, die uns von und mit all ihren Facetten begegnet. Mal als schreiender Berg, mal als Ozean oder direkt als Erde betrachtet.

«Wie eine prall gefüllte Blume am Morgen»

Entstanden sind zarte, liebevolle Gedichte, die Kritik am Umgang mit unserer Natur ausüben und mahnen, wie es doch anders sein könnte. Gut erkundet die Gefühle von Mutter Erde und taucht ein in das Gefühlsleben der Bäume, der Ozeane und in die Dunkelheit der Wälder. Ihr erstes Kapitel mit dem Titel Trommeln der Angst lässt sofort erahnen, was gemeint ist. Nämlich die Angst vor einem ökologischen Untergang, der sich im Verschwinden der Artenvielfalt und der Biotope dieses Planeten niederschlägt.

«There is never enough silence to think it all over»

Im zweiten Reigen lernen wir die Autorin etwas persönlicher kennen und erfahren Reisegeschichten und ihre Liebe zur französischen Hauptstadt. Alles auch weiterhin mit viel Leidenschaft in zarte Hüllen gepackt. So benennt Sie ein Gedicht sogar Vacanza, dass italienische Wort für Ferien. Mit dem wiederkehrenden Satz in Carpe Diem lässt Sie uns offensichtlich Raum zum Nachdenken und wünscht sich dies auch beim Leser*in. There is never enough silence to think it all over. Es gibt nie genügend Stille, um über alles nachzudenken. Was sinnbildlich für ihren ruhigen Schreibstil steht. Auch in den kommenden Kapiteln versetzt sich Meret Gut  in die Berge, Winde und Seen hinein. Für die Sie ein Sprachrohr sein möchte und uns beim Lesen immer wieder zum Innehalten bringt und einlädt.

Besonders schön empfand ich das schwiizerdütsche Gedicht und generell die subtile Kraft ihrer Poesie. Die Autorin versteht es auch, einen Funken von Erotik einzubauen und lässt sogar ein Schachbrett tierisch werden. Ich war sehr entzückt von der Sanftmütigkeit und kann das Lesen von “Die Frau mit dem violetten Herzen” durchaus als Gewinn bezeichnen.

 

Dieses Buch passt zu…
allen Freunden der Lyrik.
Menschen, die gerne träumen und sich in Poesie verlieren können.
einem Kräutertee in der Dämmerung.

 

Text: Daniel Klein
Foto: Wolfbach Verlag