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Sünden, die vergnügen: Danis Guilty-Pleasure-Songs6 min read

4. April 2022 4 min read

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Sünden, die vergnügen: Danis Guilty-Pleasure-Songs6 min read

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  1. Guilty Pleasures: Jeder hat sie, niemand steht zu ihnen. Auch wir vom frachtwerk haben eine ganze Sammlung davon. Nun ist es an der Zeit, zu ihnen zu stehen!

Es ist wieder einmal Guilty-Pleaser-Zeit! Hier präsentiert dir immer jemand aus der Musikredaktion des frachtwerks die Songs, die lieber versteckt geblieben wären. Heute öffnen wir unsere Türen, denn nicht nur unsere Musikredaktion kann eine Sammlung an musikalischen Alpträumen präsentieren. Heute liefert dir Dani, unserer Co-Ressortleiter in der Literatur, was seine Guilty-Pleasure-Sammlung so zu bieten hat. ENJOY!

Folge 8: Danis Guilty-Pleasure Songs

So! Nachdem unsere Kapitänin Desi gefühlt das siebte Mal nachfragte, sagte ich zu.

Der Dienstälteste frachtwerkler kommt nun doch aus dem Quark und sagt euch, was seine Guilty-Pleasures sind. Dani, seit zwei Jahren an Bord, seit letztem Jahr Co-Seemann im Bereich Literatur und Theater, gibt uns einen Einblick in seine musikalische Seele. Der Deutschugiese, der seine Seele bereits als 11-Jähriger an Hip-Hop CDs verkauft hat, berichtet über Lieder, die er heimlich gehört hat. Weder sein grosser Bruder noch seine Amigos wussten darüber Bescheid. Die Songs sind ihm zwar heute nicht mehr wirklich peinlich, aber dennoch bekommt er eine Röte im Gesicht. Checkt die Tracks von unserem 82er Baby.

Richard Sanderson – Reality

Als Teenager hab ich den Film „La Boum – die Fete“ entdeckt, dadurch gemerkt, was ein Romantiker ich bin.

Nun denn aber zur kritischen Phase, in der wir wohl alle diese Guilty-Pleasure entwickeln. Die Pubertät. Darauf folgen die nächsten vier Songs. Fragt mich bitte nicht warum, es ist einfach so. Der Schmusesong schlechthin ist mir heute irgendwie noch bitzli peinlich.

Vielleicht liegt es aber daran, dass Verliebtsein das schönste Gefühl der Welt ist und dieser Song das irgendwie am charmantesten schafft. Womöglich liegt es auch an meiner Liebe zum Film, ich kann es mir schlichtweg nicht erklären. Legende! Hört ihn euch mal bewusst über Kopfhörer an und denkt an einen Menschen, den ihr liebt. Vielleicht fühlt ihr es dann.

Was in Danis Kopf abgeht, in Endlosschleife, jedesmal, wenn er verliebt ist.

Lou Bega – Mambo no 5

Neunzehnhundertneunzig – ich habe es extra ausgeschrieben – kamen so viele gute Alben raus. Aber ich habe tatsächlich anno dazumal einen Narren an diesem Remake gefressen. Schieben wir es auf MTV und VIVA. Sie und tausend weitere Radiosender auch haben diesen Song zum Sommerhit auserkoren. Mir gefiel der Flow,  die Trompete und die Aussage. Während ich Too $hort  und andere Playermusik pumpte, kam mir der Text voll entgegen. Den aber aufzudrehen traute ich mich nie. Lief er aber auf einer Party und ein Girl mit dem ich bereits tanzte, wollte darauf tanzen…ihr wisst Bescheid. Der Latino in mir tanzt heute auch wieder dazu. Nur höre ich den Track nirgends. Spielt ihn mir doch mal vor, dann machen wir den Mambo gemeinsam.

Man munkelt auch, dass Dani private Zumba-Klassen anbiete, die sehen dann so aus:

Alizee – Moi, Lolità

Jetzt aber das ultimative Guilty-Pleasure. Alizee, aus dem Schönen Ajaccio hat mir wirklich den Kopf verdreht. So arg, dass meine Lieblingsnachbarin mich sogar nach Frankreich schicken wollte. Sie war mit einem Tontechniker befreundet, der sicher Kontakte habe, dass ich sie live hätte sehen und kennenlernen können. Über diesen Schatten bin ich nie gesprungen. Die CD habe ich immer noch und mein Cousin in Porto lacht mich bis heute dafür aus. Geschmacksverirrung nannte er es damals, meine ich in Erinnerung zu haben. Den Track hab ich wirklich nur privat gehört. Es ist einfach eingängiger Pop und auf Französisch tönt einfach alles schöner. Rationale Erklärungen braucht es ja hier sowieso keine. Selbst ich werde nie eine dafür finden.

Wahrscheinlich nicht das Konzert, an dem Dani war, aber vielleicht sieht man in ja trotzdem in der Menge dahin schmelzen…

Frank Sinatra – New York, New York

Mit siebzehn habe ich Frank, den grossen Entertainer und Lebemann, entdeckt. Verrückt, wie das Leben manchmal so spielt. Im grossen Hip-Hop Fieber habe ich ihn geduldet. Ja, schon so gut gemocht, dass ich bei einer Hausparty die Gastgeberin fragte, ob ich mir die CD von ihrem Papa ausleihen darf.

Als Konzerte noch überfancy waren. Vielleicht hat Dani das mal miterlebt?!

Enrique Iglesias – Hero

Mein absolutes Guilty-Pleasure und den Song, den ich in einer Karaokebar auch schon abends um 22 Uhr singen würde. Ich hatte ja bereits erwähnt, ein kleiner Schmalzfreund steckt in mir. Kitschig? Ja, voll. Die Frage stellt sich nicht. Aber habt ihr den Song schon mal kniend vor einer gemochten Person morgens um 3 Uhr gesungen oder gemeinsam mit einem Kolleg, der gut Gitarre spielt? Nein? Dann macht es!

Falls ihr jemals die Gitarre in die Hand nehmen wollt und Hero lernen wollte: 

Bis in zwei Wochen!

Hach, nun hast bereits zum achten mal eine ordentliche Portion Guilty-Pleasure serviert bekommen. Wie die Zeit vergeht, heieiei… Mit Dani hat die achte Person von frachtwerk, und die erste non-Musikredaktion-Person, ihre musikalischen Hüllen fallen lassen. Wenn du die letzte Folge mit Silvio verpasst hast, kannst du die HIER nachlesen. Es ist Gold, versprochen!

 

Kleiner Zusatz, weil sich Dani mit seiner Beschreibung so sehr ausgelebt hat. Hier der Kurz-Roman zu Dani:

Lange habe ich es aufgeschoben und mich eigentlich dagegen gewehrt, aber nun ist es doch so weit. Dann mache ich eben den Walk-of-Shame. Okay gut. Davor sage ich aber noch kurz etwas über mich, damit ihr es besser versteht. Ich liebe Musik so sehr, dass ich den Ausdruck von zwei DJs bei einer Hochzeit 1988 nie vergessen werde. Ich wusste eigentlich, wie der Song hiess und sagte als süsser Fünfjähriger Bub – „Hey, das ist doch Yello mit Oh Yeah“. Ein stark verwirrtes „Ja stimmt. Wie alt bist du?“ Entgegnete mir. Ich sagte mein Alter und hinterliess zwei konstatierte Plattenaufleger in die Ludwigsburger Nacht. Kurz darauf hab ich auch mein erstes Mixtape mit Kassette (kennt ihr das noch?) aufgenommen. Ich hab einfach Radio gehört und REC und PAUSE gedrückt. Schon damals merkte ich, wie sehr mir das gefällt.

Die Musik meiner Eltern spielte da eine gewisse Rolle. Am liebsten hatte ich das Michael Jackson und Stevie Wonder Tape meines Vaters. Lief ständig, wenn der Zweitgeborne den Co-Piloten spielt. Cat Stevens war auch okay, aber manchmal zu unfunky. Gerne erinnere ich mich an das Jahr 1990. Ich habe die Turtles so sehr geliebt, dass ich mir den Soundtrack auf Tape geholt habe. Mein Bruder warnte mich: „Das ist aber der Soundtrack, mit Songs – kein Hörspiel, gell?“ Ich erklärte ihm, ich will das hören und meine Eltern haben brav die Rechnung übernommen. Wenn der Dani Musik gern hat, dann bekommt er die auch. Mein Bruder gibt mir, heute Lehrer seines Zeichen, immer noch gute Tipps. Meistens im Bereich Musik, weil er diese genau so liebt wie ich und sicher wie ich auch 1000 Rapsongs auswendig kennt.