„I play alone because one of my bandmembers got himself a cat!“ und der Auftritt von Balthazar im Plaza

Man könnte sagen, Belgien war am Samstagabend im Plaza gut vertreten. Die belgische Indierock-Band Balthazar tourt momentan mit ihrem neuen Album Fever durch Europa. Mit dabei war ein guter Freund der Band, der Solokünstler Faces on TV, dessen Auftritt besonders begeisterte.

Der Typ, der am Samstagabend durch den Saal auf die Bühne lief und sich das Mikrofon schnappte, um die Menge zu begrüssen, heisst Jasper Maekelberg. Seit 2016 ist er als Solokünstler Faces on TV bekannt. Bevor er überhaupt zu spielen begann, stellte er sich vor und erklärte, wieso er heute Abend alleine auf der Bühne stehe. Seine Bandmitglieder seien krank und der Eine hätte sich soeben eine Katze zugetan, welche er nun zu betreuen habe.

Eine Band wäre aber auch gar nicht nötig gewesen, denn Jasper überzeugte während seinem kurzen aber sehr ausdrucksstarken Auftritt. Seine eigene kleine Band stellte er sich zusammen aus Gitarre, Chinellen, Bongos, Glockenspiel, Querflöte und natürlich seiner kräftigen Stimme. Er selbst nennt es ‚psychedelic pop’ und bezeichnet sich als Klangarchitekt. Wobei er den Architekten in sich sehr wohl zeigte, indem er ein vielfältiges Konstrukt von Klängen aufbaute und den Zuschauern damit eine echt gelungene Show präsentierte!

Der bis auf den letzten Platz gefüllte Saal applaudierte in Hochstimmung, als Balthazar die Bühne betrat. Die Vorfreude auf das Konzert war riesig, da Balthazar mit ihrem neuen Album und der Tour lange auf sich haben warten lassen. Gefreut hat mich, dass sie nicht nur neue Songs wie Roller Coaster, Wrong Vibration oder Grapefruit spielten, sondern auch Lieder aus ihrem etwas älteren Repertoire auspackten und damit auch die eingesessenen Fans beglückten.

Enttäuschend fand ich aber, dass es neben der gelungenen musikalischen Leistung der Indie-Rock-Band keine Spontanität und Individualität gab, die ein einzigartiges Konzert ausgemacht hätten. Ausser einem „Zurich, are you allright?“ und eines „Zurich“ in einem Song gab es keine grossen Unterschiede zu der Musik, die ich sonst durch meine Kopfhörer höre.

Umso mehr hat es mich dann aber gefreut, als ich nach dem Auftritt noch mit Jinte Deprez, einem der beiden Frontmänner, gesprochen habe. Dieser konnte sich noch ganz gut an ihre Auftritte in Luzern erinnern. Es bleibt hingegen offen, ob dies bei Zürich auch der Fall sein wird.

Text: Meret Lustenberger
Fotos: Benno Odermatt / Meret Lustenberger

 

 

 

 

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