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Stärke der Verletzlichkeit – Die Selbstporträts der Fotografin Chantal Convertini2 min read

26. Dezember 2019 2 min read

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Stärke der Verletzlichkeit – Die Selbstporträts der Fotografin Chantal Convertini2 min read

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«Wenn es dich selbst nicht berührt, wie soll es dann jemand anderes berühren»  frachtwerk präsentiert eine Dokumentation über die Basler Fotografin Chantal Convertini alias Paeulini.

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Als Chantal vor vier Jahren begann, sich mit ihrer analogen Kamera in ihre eigenen vier Wände zurückzuziehen, wusste sie selbst nicht, wie es um sie geschieht. Die damals entstandenen Selbstporträts waren nicht das Resultat eines geplanten Handelns, sondern mehr die Folge einer unterbewusst getriebenen Schaffensenergie. Hätte sie damals gewusst, dass sie mit ihren Fotografien schon bald auf Instagram eine internationale Fangemeinde mit über 70’000 Followern erreichen würde, hätte sie die Welt nicht verstanden. Aus der Retrospektive eine logische Reaktion, denn die damals entstanden Bilder waren für niemand anderes als sich selbst gedacht.

Die Anfänge

Chantals Frühwerke entstammen aus einem Lebensabschnitt, in dem Gefühle wie Wut und Trauer ihren Alltag umgaben. Als Reaktion darauf begann sie sich selbst zu fotografieren. Dabei präsentierte sie sich ihrer Kamera so, wie sie sich im Inneren fühlte. Die entstandenen Fotos ermöglichten ein Aussenblick, eine Beobachtung zweiter Ordnung auf das eigene Selbst. 

«Das düstere traurige Mädchen, auf all diesen Bildern, dass mich so lange begleitet hat, gibt es im Moment nicht mehr.»

Verletzlichkeit und Stärke

Als Chantal sich besser zu fühlen begann, stoppte sie mit ihrem neu entdeckten «ungewöhnlichen Hobby» nicht. Mit dem Schwinden des Unwohlseins begannen sich auch ihre Bilder zu wandeln. Sie gewannen an Leichtigkeit, Verspieltheit und zeichneten sich durch eine Stärke aus, die in jeder Verletzlichkeit verborgen ist. Mit dem Teilen erster Bilder auf Instagram wurden auch immer mehr Menschen ausserhalb ihres Freundeskreises auf sie aufmerksam. Andere Fotografen, Galeristen und Auftraggeber begannen sich für ihre Arbeit zu interessieren.  

«Es tönt vielleicht etwas spirituell, aber es ist eigentlich ganz simpel. Ich habe etwas gefunden, mit dem ich zufrieden bin mit mir selber, wo ich nichts anderes brauche auf diesem Planeten als die Kamera, ein Stativ und mich.»

Feminismus und Zensur

Heute lebt die 27  jährige in Basel und arbeitet als unabhängige Fotografin. Nebst Auftragsarbeiten für Marken wie Polaroid Originals oder Lamarel  bleibt sie auch ihren Selbstporträts treu und teilt diese auf Ihrem Instagram-Kanal. Darauf findet man nun auch Porträts von anderen Personen und es werden Themen wie Feminismus und Zensur auf Social Media behandelt. 

frachtwerk präsentiert eine Dokumentation über eine Fotografin, die ihre Verletzlichkeit zur Stärke ihrer Arbeit gemacht hat und dadurch sehr viele Menschen erreicht.

 

Erfahre mehr über Chantal Convertini auf Instagram oder auf ihrer Website.
Bild: Chantal Convertini