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Ein Massaker und Charons Fähre – Caspar Brötzmann & Sunn O))) in der Kaserne Basel

11. Oktober 2019 2 min read

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Ein Massaker und Charons Fähre – Caspar Brötzmann & Sunn O))) in der Kaserne Basel

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Nebel, orthodoxe Mönchsumhänge, und eine ganze Menge Dezibel eine minimalistische Zusammenfassung des Sunn O))) Konzerts in der Kaserne Basel am Mittwoch 9. Oktober.

Der Abend beginnt mit der atemberaubenden Performance des Gitarristen Caspar Brötzmann, Sohn des Free Jazzers Peter Brötzmann. Schon zu beginn wird in der Kaserne mächtig eingeheizt mit schrillen Tönen wirft der Gitarrist um sich und hat dabei seine Instrument wahnsinnig unter Kontrolle, wie er die distorted Bass Layers steuert ist mir ein Rätsel, er wendet Techniken an welche so zuvor noch nicht gesehen habe. Es ist purster Avant Garde nur ein weiterer Versuch diese Musik in irgendein Genre schubladiesieren zu wollen kommt mir als sinnlos vor. Im Verlauf seiner Darbietung wird es harmonischer er spielt atonale Riffs und schreit-singt dazu ins Mikrofon.

Nach einer kurzen Pause wird mächtig Rauch ausgeblasen und die Lichter werden stark gedimmt so dass es im Saal stockfinster wird, nach einer kurzen Weile schweigt das ganze Publikum es ist die Stille eines Tempels welche die legendäre Drone-Doom Band erwartet und anbetet. Es ist eine Stille welche ich noch nie an einem Konzert dieser Art erlebt habe, eine wahnsinnige zentrierte Energie kommt auf. Stumm und diskret betreten sie die Bühne mit an orthodoxe Mönche erinnernden Kutten bekleidet, stehen sie da und beginnen uns in ihren Bann zu ziehen indem sie ihre Instrumente einsetzen. Es ist ein wahnsinniges, in trance bringendes spirituelles Erlebnis diese Band live spielen zu sehen. Immer wieder verehren sie selbst ihre Instrumente und einander und beten sich an und verneigen sich vor der Musik. Die Instrumente und die Musik scheinen heilig gesprochen zu sein im Tempel des Klangs, welchen die fünfköpfige Band erschaffen hat. Der Höhepunkt des Konzerts, für mich, als der Künstler an den Keys seine Posaune zückt und von seinen Mitspielern umreiht wird, und eine einzige Lampe noch auf ihn gezündet wird, da steht er da und spielt eine langsame Melodie und erinnert Optisch an den Engel Gabriel.

Nach dem Massaker des ersten Spiels führt uns Charon als fünfköpfige Band verkörpert mit seiner Fähre in die Unterwelt des Musikuniversums.