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Extraterrestrische Elektroakustik – Andrea Belfi & Magda Drozd im Südpol2 min read

16. Dezember 2019 2 min read

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Extraterrestrische Elektroakustik – Andrea Belfi & Magda Drozd im Südpol2 min read

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Zwei elektroakustische Konzerte; zwei völlig verschiedene Performances, beide experimentieren mit ihren  „klassischen“ Instrumenten und mit deren Verbindung mit elektronischen Soundscapes. 

Umreiht von 4 Lichtsäulen, welche die Farbe je nach Stimmung des Liedes anpassen, drückt Magda Drozd auf eines ihrer elektronischen Werkzeuge und zugleich wird der Raum mit Klängen gefüllt, welche Unterwasser-Field Recordings zu sein scheinen. Kombiniert mit dem Geigenspiel ergibt sich ein elektroakustisches Musique Concrete Gespann. Die elektronischen Töne welche die Zürcher Künstlerin auch live manuell verzerrt, erinnern teils an das Pfeifen eines Windes oder auch an das eines Vogels. In den melodiöseren und auch harmonischen Abschnitten der Performance kommt auch noch die Stimme der Musikerin zum Einsatz. Insgesamt eine eher müder Auftritt mit wenig Überraschung und Dynamik. Field Recordings, welche heutzutage in der experimentellen, vor allem in der elektronischen, Musik sehr oft eingesetzt werden sind zwar immer wieder spannend und interessant aber Magda Drozd gelingt es leider nicht die experimentelle Dark-Ambient-Ebene mit der anderen, der „klassischen“ Ebene des Gesangs und der Geige zu paaren. Die Wechsel vom rein elektronischen zum elektroakustischen  spannen ein zu grosse Bruchstelle in die gesamte Darbietung. Eigentlich schade, da doch das elektronische Sound Design eigentlich grosses Potential aufzeigte.

Im zweiten Teil des Abends betritt der Perkussionist Andrea Belfi die Bühne, spricht eine kurze Begrüssungsrede welche er mit einem, „see you later“ beendet und taucht in seinen musikalischen Untergrund ab und zieht das Publikum mit sich. Anfänglich wird vor und hinter der Bar noch lauthals geredet und gelacht, jedoch das Gespräch legt spätestens in dem Moment als Belfi in die Trommeln haut und mit wahnsinnigen komplexer und sehr schneller Perkussion den ganzen Raum in seinen Bann zieht. Zu Beginn spielt er auf einem kleinen Synth eine Grundstruktur, welche an die Töne der alten 8-bits Arcade erinnern, eine Grundambientstruktur welche die harmonische Ebene abdeckt. Neben dem Synth liegt ein kleines Drumpad welches er zu Beginn mit seinen Schlägern betätigt. Danach setzt er sich an sein Schlagzeug und beginnt mit seiner mitreissenden Perkussionsperformance. Mit seinem extrem dynamischen und lebendigen Sound kombiniert mit den elektronischen Klängen erzeugt er ein Soundscape einer futuristischen Wildnis oder in anderen Abschnitten als die Stimmung ruhiger und mystischer wird und im elektronischen Teil Thereminähnliche Klänge auftauchen, erinnert Andrea Belfi, gekuppelt mit der Beleuchtung, an die legendäre Anfangsszene des „E.T.“ und auch sein Auftritt scheint einer der extraterrestrischen Natur zu sein.