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LIVETAPE #1: Lord Kesseli and the Drums – Just a Dream4 min read

15. März 2020 3 min read

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LIVETAPE #1: Lord Kesseli and the Drums – Just a Dream4 min read

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Im Format „LIVETAPE“ präsentieren wir dir exklusive Aufnahmen von Konzerten, Live-Sessions und von anderen musikalischen Perlen. Unser erstes Livetape zeigt den Lord St. Gallens: „Ich bin der Lord, mein Nachname ist Kesseli. Michael ist der Schlagzeuger. Das sind wir und durch uns entsteht die Musik.“, sagt Dominik Kesseli aka Lord Kesseli. Er spielte vergangenen Oktober in seinem Duo Lord Kesseli and the Drums gemeinsam mit Michael Gallusser im Berner Dachstock. Das Lied „Just a Dream“ und zehn Fragen an die Band präsentieren wir dir hier und jetzt.

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Zehn Fragen an Lord Kesseli and the Drums

Warum war es nur ein Traum?

Das ist eigentlich die Frage. Ist es nur ein Traum, bildet er sich das ein, oder ist es real?

Was passiert in ihm?

Die Geschichte ist ein Kreis. Eine Abwärtsspirale.

Mann wird in Psychiatrie eingeliefert, behandelt und er bricht aus. Zurück in seiner Wohnung, wird er wieder eingeliefert und so weiter. Er möchte nur bei ihr sein. Er versteht nicht wieso sein Umfeld das nicht erlaubt. Somit werden die Fronten verhärtet und die Dosierungen erhöht.

Ist ein Traum auch eine Form der Unsterblichkeit?

Wenn wir uns als einen Organismus anschauen sicherlich schon. Aber wenn wir es nicht schaffen uns auf anderen Planeten und Sonnensysteme auszubreiten, dann werden wir mit der Sonne untergehen.

Inwiefern hat dieses Lied mit den anderen auf diesem Album zu tun?

Jedes Lied ist eine eigene Geschichte. Meistens geht es aber um Begegnungen oder aussergewöhnliche Beziehungen.

Lord Kesseli & The Drums muss man live erleben, nicht wahr. Was ist ein Auftritt auf einem Video, so ganz 2D in einem Rechteck und ohne Räucherstäbchen? Ist das ein Erlebnis?

Die gesamte Wucht eines Live-Erlebnisses kann ein solches Video leider nicht einfangen. Lautstärke und Geruch, wie die Stimmung, die in einem solchen Raum weitergegeben und empfangen wird, sind schwer über einen Bildschirm weiterzugeben. Man darf aber unsere Kraft der Gedanken und Empfindungen nicht unterschätzen. So wie ein Geruch Bilder und Erinnerungen hervorbringen kann, oder wir nur durch das Vorstellen von Krafttraining die Muskeln aufbauen können, so erleben wir auch viel rein durch den Bildschirm. Bei einem Liebesdrama oder Horrorflim funktioniert das auch bestens.

Was denkt ihr, wie wird eure Musik, die aus der Schweiz kommt, im Ausland wahrgenommen? Immerhin spieltet ihr schon weiter weg und fliegt ja auch bald nach Amerika.

Man erkennt die Schweizer Rock-Popmusik nicht als solches, da es, aus meiner Sicht, keine erkennbare Merkmale gibt, die nur aus der Schweiz kommen. Sofern wir live spielen können, kommt unsere Musik recht gut an. Aber nur durch zwei drei Klicks werden die meisten nicht ganz schlau und darum sind wir oft auch nicht buchbar. Das hoffen wir mit Live-Videos wie diesem bisschen vereinfachen zu können. Wie genau wir wahrgenommen werden, kann ich nicht sagen. Man kennt uns, aber wir sind wohl noch nicht an dem Punkt, an dem wir finanziell spannend sind. Bevor uns eine Agentur im Ausland aufnimmt, müssen wir halt in kleinen Schritten weiter gehen.

Ihr habt auf dem Sailing Stones Festival in Tunesien gespielt, was ja ohnehin schon sehr speziell ist. Was hat die Musik mit dem Festival gemacht oder umgekehrt?

Also das Festival war sehr emotional, da es für Tunesien einzigartig und auch ein politisches Statement ist. Aber inspirierend waren die Tage zuvor, da wir einige Tage mit verschiedensten Musikern aus Tunesien und Europa zusammen auf einem Hof waren und den ganzen Tag Musik gemacht haben. Es war ein wunderschöner, kultureller Austausch. Wie genau sich das auf die Musik auswirkt, ist schwer einzufangen. Das sind dann wohl eher kleine Inputs, die sich unbewusst zu was Grösserem zusammen tun, und an einer unerwarteten Stelle ausbrechen.

Spannend zu beobachten finde ich, wie ihr mit Manuel Stahlberger und Thomas Kuratli in Kontakt seid, gar Dinge gemeinsam produziert und veranstaltet. Täuscht das und wenn nein, wie stärkt, beziehungsweise beeinflusst ihr euch gegenseitig?

Wir sind ein Teil der Band Stahlberger. Dadurch sind wir in engem Kontakt mit Manuel. Neben den Album-Produktionen und den gemeinsamen Konzerten tauschen wir uns auch über andere Projekte aus. Manuel hat zum Beispiel meine Texte gegengelesen. Thomas lernten wir kennen, als er im 2009 anfing das Licht bei Stahlberger zu machen. Daraus entstand auch eine schöne Freundschaft, und man tauscht sich aus. Ein Teil seines Albums hat er im recording studio QFLM erarbeitet. Das ist das Studio von Michael Gallusser the Drums. Er ist auch oft live als Tontechniker dabei. Übrigens letztes Jahr auch am B-Sides. Da Pyrit nun in Paris lebt, hört man sich bisschen weniger, aber auch so gibt’s immer wieder mal Mails und man schickt sich Videos, Songs oder Ideen, um voneinander Kritik oder Anregungen zu bekommen.

Inwiefern, findet ihr, passt euer Name zu eurer Musik?

Ich bin der Lord, mein Nachname ist Kesseli. Michael ist der Schlagzeuger. Das sind wir und durch uns entsteht die Musik.

Und – etwas aus dem Kontext gerissen – wie funktionieren eure After-Show-Seminare?

Diese Seminare unterliegen der Schweigepflicht.

 

Umsetzung Livetape: Yannick Lang
Redaktionelle Verantwortung & Interview: Jan Rucki
Bild: Yannick Lang