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Luzerner «Anti-rush» – Luce im Interview & Ticketverlosung!

9. Oktober 2019 3 min read

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Luzerner «Anti-rush» – Luce im Interview & Ticketverlosung!

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«Anti-Rush bedeutet für mich also Wertschätzung gegenüber all den Dingen, die um uns und in uns selbst, geschehen. Ich denke das kann man in meiner Musik irgendwie hören.» Auch in Luzern treten ab und an Soloprojekte in Erscheinung, die unsere kleine Stadt aufzuwirbeln vermögen. Luce heisst das Soloprojekt von Tiziana Greco. Ihr neustes und erstes Produkt trägt den Namen Asleep/Awake – Zur 1-monatigen Geburtstagsfeier ihres Neulings steigt am Samstag, 19.Oktober die Plattentaufe im Neubad. Und wir verlosen 1×2 Tickets!

Luce verbrachte Anfang des Jahres einige Zeit in Berlin. Dort werkelte sie an ihrem Synthiesound und experimentierte am Mix von Geräuschen und Stimme. Herausgekommen ist dabei ein Erstlingswerk, dessen Beschreibung mit den von Luce selbstgewählten Bezeichnungen „anti rush“ und „Ausdruck von Ausbruch und Intimität“ wohl am treffendsten ist. Wie im Song Enchanted Garden entführt dich ihre Musik in eine mystische, bittersüsse Welt, die nicht besser zu den melancholischen Herbsttagen passen könnte. Aber hör selbst:

Luce im Interview

Du bezeichnest deine Musik selbst als “Anti-Rush”. Inwiefern spielt Entschleunigung darin eine Rolle?

Ich hatte das Glück, mich letzten Januar bis August nur einer einzigen Sache widmen zu können: Meinem Soloprojekt. Während dieser Zeit habe ich immer mehr gemerkt, wie viel Zeit und Platz ich eigentlich benötige, um wirklich in Etwas eintauchen zu können und dieser Erfahrung die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit zu schenken, die sie verdient hat. Anti-Rush bedeutet für mich deshalb Ablehnung eines Systems, bei dem Alles auf Geschwindigkeit und Leistung basiert. Anti-Rush bedeutet für mich also Wertschätzung gegenüber all den Dingen, die um uns und in uns selbst, geschehen. Ich denke das kann man in meiner Musik irgendwie hören, deshalb diese Genrekreation.

Wie wichtig war es für deinen künstlerischen Prozess aus Luzern, deiner gewohnten Umgebung, herauszukommen?

Sehr, sehr wichtig. Einerseits, um mal aus meiner Komfortzone herauszukommen, um dann zu merken, was ich eigentlich möchte. Dies war vor allem der Wunsch, meiner Intuition und mir als Musikerin mehr Vertrauen zu schenken, unabhängig von äusserer Zustimmung. Andererseits auch, um nicht ständig in tausend Sachen involviert zu sein; obwohl ich dieses „überall dabei sein“ damals sehr mochte. Die Reiz- und Angebotsüberflutung Berlins hat mich definitiv ruhiger gemacht und mir dabei geholfen, mehr auf mich selbst zu hören.

«Asleep/Awake ist für mich aber viel mehr Sinnbild für das Erwachen eines Geheimnisses, das lange genug in mir geschlummert hat»

 

Schwankst du selbst oft zwischen den Extremen “Asleep/ Awake”? 

 Ja, ich glaube ich kann auch ein Mensch der Gegensätze sein, vielleicht eher auf subtilere Weise und gefühlsmässig irgendwo dazwischen. Asleep/Awake ist für mich aber viel mehr Sinnbild für das Erwachen eines Geheimnisses, das lange genug in mir selbst geschlummert hat. Ausserdem erlebe ich immer wieder Situationen, in denen ich mich in einer Art Trance sehr wach und klar fühle – grad beim stundenlangen improvisieren und repetieren während dem Songwriting Prozess kommt dies oft vor.

Was läuft momentan auf deiner Playlist? Mit welchen lokalen Künstlern arbeitest du zusammen/ würdest du gerne zusammenarbeiten? 

Eigentlich höre ich keine Playlists, nur Alben. Welche die gerade sind, ist ganz unterschiedlich und wechselt auch ständig – aktuelles Zeug, neu entdeckte Schätze und Dauerbrenner. Momentan höre ich viel Eels, ich mag die ehrliche Verrückt- und Süssheit. Vor zwei Wochen habe ich mit Yvonne Sieber, einer guten Freundin und Luzerner Tänzerin, eine kleine Performance aufgeführt; ich möchte definitiv noch mehr in die Richtung spartenübergreifende Kunst gehen. Auch Kollaborationen mit anderen Musiker*Innen wünsch ich mir, zuerst mal aber die Solotour.

Was ist für dich der zentrale Antrieb, Musik zu produzieren?

Das ganze Interview klingt jetzt irgendwie so Zenmässig. Zentraler Antrieb meiner Musik ist aber eigentlich die spontane Experimentierfreude, das ist oft auch chaotisch und sehr improvisiert. Dahinter steckt einfach eine grosse Lust, Dinge ausgiebig zu entdecken und zu erfahren, mich selbst und Andere herauszufordern und dann wieder zu verbinden. Nicht zuletzt ist es für mich wichtiges Ventil, um meinen wilden Gedanken Ausdruck zu geben und sie somit vielleicht besser zu verstehn.

Ticketverlosung Luce, 19.10 @ Neubad

Bist du gespannt, die Plattentaufe von Luce im Neubad mit LeaWho und einem Set von Akra Ondo mitzuerleben? Alles was du tun musst, ist das untenstehende Formular auszufüllen, dein +1 zusammenzupacken und los geht’s!

+++ Ticketverlosung abgeschlossen +++