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On the Basis of Sex – eine starke junge Frau kämpft in den 50er Jahren um Gleichberechtigung

7. August 2019 2 min read

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On the Basis of Sex – eine starke junge Frau kämpft in den 50er Jahren um Gleichberechtigung

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Im Februar dieses Jahres kam der Film von Mimi Leder auf die Kinoleinwand. Zu Beginn der Openair Kino Saison gab es am 11.7 in Luzern die Gelegenheit das Drama unter freiem Sternenhimmel mitzuverfolgen.

Die Kämpferin für Gleichstellung der Geschlechter Ruth Bader Ginsburg gespielt von Felicity Jones, ist die Hauptfigur dieses Spielfilmes. Im Jahre 1956 ist die junge Ehefrau und Mutter eine von neun Studentinnen, die das sogenannte Privileg erhalten haben an der renommierten Harvard Universität Recht zu studieren. Ruth gehörte also an einer männerdominierten Universität zur Minderheit und es war keines Wegs einfach den gleichen Respekt zu erlangen wie ihre männlichen Mitstudenten.

Die junge Ruth wird am ersten Tag an der Universität konsequent nicht vom Professor aufgerufen, obwohl sie immer die erste ist, die ihre Hand in die Höhe streckt. Als sie dann doch ihr Wort ergreift, wird sie von Studenten und Professor gnadenlos verspottet. Auch nach ihrem Abschluss erlebt sie den Nachteil als Frau in dem von Männern dominierten Metier hautnah mit. Keine Kanzlei will eine Frau als Anwältin einstellen. Sie muss sich schliesslich mit einer Stelle als Professorin zufriedengeben.

Doch Ruth gibt nicht auf und mit der regen Unterstützung ihres Mannes Martin Ginsburg startet sie ihre Karriere als Anwältin.

Die belastende Thematik stand im völligen Kontrast zu der friedlichen Atmosphäre im Openair Kino. Als Zuschauer wurde man eingenommen vom Film und erst am Ende kam die Bewusstheit des Hier und Jetzt wieder. Die Thematik der Geschlechtergleichstellung ist gerade im Jahre 2019 aktueller denn je. Weshalb man eine ähnliche Geschichte auch bei uns im 21. Jahrhundert erzählen könnte. Zwar ist es heute nicht mehr ein Spezialfall, wenn eine Frau Recht studiert, jedoch kämpft eine Anwältin auch heute weiter mit den alteingesessenen Stereotypen von Mann und Frau. Nicht nur die Vorstellungen davon was Mann und Frau machen sollte, auch tiefere Löhne und dass ihr bei einer Bewerbung ein Mann vorgezogen wird.

Gleiche Geschichte, gleiche Emotionen. Es ist zu vermuten, dass die junge Ruth gleich gefühlt hatte wie die Frauen im 21. Jahrhundert und vor allem diejenigen Frauen, die sich an diesem Abend das letzterschienene Werk von Mimi Leder ansahen. Was das Drama mit Sicherheit erweckt ist ein Zusammengehörigkeitsgefühl und den Mut weiterzukämpfen. Denn das ist, was Ruth Bader Ginsburg bis heute tut. Mit ihren 86 Jahren ist sie nach wie vor Teil des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten von Amerika und setzt sich stets für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein.

Weitere Filme zum Thema: RBG, Dokumentation und Biografie von Julie Cohen und Betsy West (2018)

Frauen kämpfen für ihr Recht, Dokumentation, SRF DOK vom 13.06.19

Feministinnen – was haben sie sich gedacht?, Dokumentation, auf Netflix zu sehen

 

Text von Gastautorin: Flavia Schnyder

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