Das Salz der Erde – Eine Tragödie mit uns in der Hauptrolle

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Das Salz der Erde ist ein geladener Dokumentarfilm von Wim Wenders über das Leben des brasilianischen Fotografen Sebastião Sagaldo. Er wurde 2014 veröffentlicht und nach einer Auszeichnung an den Internationalen Filmfestspielen von Cannes auch für den Oscar des besten Dokumentarfilms nominiert. Doch anders als sein Film erlebte Sebastião in seinem Leben nicht immer nur Glück und Erfolg. Im Gegenteil, das was sein Leben und seine Arbeit am meisten geprägt haben waren Kummer, Verlust und Tod.

Seine Fotoreportagen führten ihn durch weite Teile der Erde. Besonders zu einem Kontinent schien er eine besondere Bindung zu haben. Immer wieder zog es ihn zurück nach Afrika, um auf die Opfer von Bürgerkriegen und Hungersnöten aufmerksam zu machen. Diese emotional schwer zu verkraftende Arbeit machte ihn physisch und psychisch krank. Er sagte im Film selbst, er habe den Glauben an die Menschheit verloren.

Um nicht daran zu zerbrechen startete Sebastião im Jahr 2004 ein neues Fotoprojekt „Genesis“- eine Hommage an die Schönheit der Natur. Damit löste er sich von der sozialen Fotografie und konzentrierte sich auf Natur- und Tierfotografien. Auch indigene Stämme in den Wäldern Südamerikas erregten seine Aufmerksamkeit. Die atemberaubenden Bilder unseres Planeten und der geglückte Versuch die Regenwälder Brasiliens aufzuforsten, verleihen dem Film trotz bedrückender Tatsachen ein positives Ende.

Alles in allem braucht der Film schon etwas dickere Haut, denn die Bilder, die in schwarz-weiss abgelichtet wurden, bleiben im Gedächtnis. Von Kinderleichen über Genozide und Kadaverhaufen – Sebastião ist gnadenlos. Er will die Realität abbilden und sie an die Öffentlichkeit bringen.

Mich persönlich hat der Film sehr beeindruckt, das Lebenswerk eines Menschen zu sehen, das so viel bewirkt und ausgelöst hat. Um ehrlich zu sein entdeckte ich den Dokumentarfilm per Zufall im Museum für Gestaltung Zürich. Ich wollte nur einige Minuten reinschauen, schlussendlich fesselte er mich die ganzen 110 Minuten lang. Immer wieder dachte ich, dass ich gleich weitergehen müsse, um noch den Rest der Ausstellung ansehen zu können, doch jedes Mal kam wieder eine neue mitreissende Szene.

Der Film ist voller Emotionen und die Interviewsequenzen verleihen dem Film etwas persönliches. So wurde gezeigt, wie nahe die Arbeit Sebastião selbst geht. Ich würde den Film jedem empfehlen der eine eher pessimistische und realistische Sicht auf die Menschheit, das Salz der Erde, verkraften kann. Denn die gezeigten Eindrücke sind es Wert.

Gastautorin: Fabienne Schoch

Titelbild: www.allocine.fr/ film

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