Die Demokratie mit dem Fleischmesser beschneiden

Die SRG Halbierungsinitiative macht von sich Reden. frachtwerk ruft dazu auf: Stimmt «NEIN» am 8. März. Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, die Vielfältigkeit der Kultur in den Medien zu erhalten. Die Schweizer Kultur- und Filmbranche steht auf dem Spiel. Die Folgen wären drastisch: Umso weniger über Kultur, Musik, Film, Kunst und Theater berichtet wird, umso weniger wird es gelebt werden können. Ja zur Kultur! Nein zur Halbierungsinitiative!

Autor:in:
Jan Rucki
Titelbild:
z.V.g. SRG SSR
Hinweise:

Am 8. März entscheidet die Schweizer Bevölkerung, wie es künftig um den Service Public und die Demokratie im Land steht. Die «Halbierungsinitiative» möchte nämlich, dass die Rundfunkgebühren von CHF 335 auf CHF 200 jährlich sinken. Was auf kurze Sicht nach einer willkommenen Entlastung fürs eigene Portemonnaie klingt, stellt mittel- und längerfristig ein wackeliger Medienplatz Schweiz dar.

Die SRG muss durch die vom Bundesrat beschlossene Gebührensenkung per 2029 bereits 17% ihrer Kosten einsparen. Eine weitere Kürzung um 100 Franken des Budgets durch die bevorstehende Volksinitiative würde die Existenz einer umfassenden Berichterstattung in den Bereichen Kultur, Sport, Unterhaltung und auch News akut bedrohen.

Konkret hätte die weitere massive Budgetkürzung zur Folge, dass sich die Produktion und Redaktion der SRG-Betriebe massiv zentralisieren müssten und damit die Qualität der Berichterstattungen abnimmt. Was bliebe, wären stark reduzierte Formate mit weniger Tiefe, Diversität und Substanz. Gerade auch in ländlichen und dezentralen Regionen nähmen die Präsenz und Kompetenz massiv ab.

Massive Einschränkungen

Auch die Unterhaltungs-, Kultur- und Sportabteilungen der SRG würden akut beschnitten. Die Annahme der Initiative hätte ein Rückzug aus der medialen Berichterstattung des Breiten- und Leistungssports zur Folge. Kulturformate würden eingestellt und reduziert. Ein schwerer Stand, der die Schweiz im internationalen Vergleich hätte, wenn jene Formate ausschliesslich durch private Abonnements (die im Übrigen mehr als die SRG-Beiträge kosten, wenn man sich die Palette des aktuellen SRG-Angebots bei allen Anbietern zusammenkaufen müsste) zugänglich und mitverfolgbar sind.

Auch die sprachübergreifenden Plattformen der SRG würden schwinden, die Einordnung von Inhalten im Internet wäre nicht mehr verlässlich machbar, obwohl sich doch gerade sehr viele Junge Menschen in den Sozialen Medien über das Weltgeschehen informieren und eine Kuration von Inhalten unerlässlich sein müsste.

Und nicht zu vergessen ist: Auch bei privaten Medienhäusern würde die Initiative ein Loch in die Kasse reissen. Sechs Prozent der staatlichen Geldern fliessen in die privaten Fernseh- und Radiostationen des Landes.

Bitte nachdenken

Die Frage, die sich Frau und Herr Schweizer nun stellen sollte, ist: Was sind unsere «Schweizerische Werte»? Ist nicht ein zentraler Baustein der nationalen Identität der Schweiz ihre Demokratie und die Repräsentation der Vielfältigkeit der Schweizer Kultur? Kaum vorstellbar, dass dieselben Menschen, denen diese Werte so ungemein wichtig sind, nun den Erhalt ebendieser immer mehr sich selbst überlassen möchten.

Passt dem einen die montägliche Quizsendung «1 gegen 100», so stimmt die andere Person der «Samstigjass» glücklich. Wer mag «Tschugger»? Und wer «Uf und dervo»? «SRF Sounds!» finden wir mit der täglich kuratierten Musik natürlich ganz einzigartig. Wie viele von uns würden Odi vermissen? Und wem ist die stilvolle und substanzielle Informationssendung nach dem Echo-der-Zeit-Jingle so unheimlich wichtig? Es muss einem ja nicht alles gefallen. Doch es ist für alle etwas da. Für Menschen von hier und von dort – und das in Zürich, Lugano, Disentis und Lausanne. Für alle in ihrer Sprache. Für Jung und für alt. So, wie eine Demokratie eben funktioniert – und weiterhin funktionieren muss.

Darum stimmen wir am 8. März 2026 zur «Halbierungsinitiative» ein überzeugtes NEIN. Mach doch mit!

Disclaimer: frachtwerk erhält keine finanziellen Mittel aus den Fernseh- und Radiogebühren in der Schweiz.

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