
Immer, wenn der Herbst einzieht, denke ich an die Zeit zurück, als meine kleine Schwester noch so klein war, dass sie zum Pingpongspielen auf dem Tisch stehen musste. Mit einem Lappen wischten wir die «feuilles mortes» von der Platte, während bereits die nächsten von oben herunterschaukelten. Nebel hing über den menschenleeren Strassen und wir hatten diesen würzig-modrigen Duft ganz für uns alleine, sogen ihn so tief ein, dass es uns vor Kälte in der Brust stach. Wenn es klackte, rannten wir los, um zu schauen, ob es den schlauen Krähen diesmal gelungen war, eine Baumnuss auf dem Asphalt zu zerschmettern. Die Frösche brachten wir sicher in den Wald, zogen mit grossen Schritten raschelnde Linien durch das feuchte Laub, bauten Höhlen und schworen uns, für immer darin zu leben.
Wann haben wir eigentlich aufgehört, die Hüte der Eicheln zu sammeln und die Schalen der Buchennüsschen mit dem Daumennagel zu spalten, um endlich an die holzig-süsse Delikatesse zu gelangen? Unter Büchertürmen die schönsten Herbstblätter zu pressen und klebrigen Most über den Tisch zu verschütten?
Manchmal sehne ich mich danach, wieder einfach in den Himmel zu schauen, an nichts anderes zu denken als an ein flatterndes Stück Polyester und keine Verantwortung zu haben, ausser nicht loszulassen.
Ich schreibe meiner Schwester, ob sie Lust auf Pingpong hat, aber ihre Bildschirmzeit ist aufgebraucht.