
Eine Stimme, ein Klavier. Das ist alles, was auf der Bühne passiert, wenn Dari ihre Songs singt. Wenig ist das allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: Die Songs der 27-jährigen Luzernerin leben von der Echtheit, abseits jeglicher Inszenierung. So sind ihre Konzerte intim und nahbar. «Ein bisschen fühlt sich das wirklich füdliblutt an», sagt sie mit einem Lachen. Nur ihre Stimme und die Klavierbegleitung der Pianistin Nadine Purtschert. Dennoch: Ihr Ziel sei es, künftig mit einer grösseren Entourage auf der Bühne zu stehen. Denn auch wenn sie als Songwriterin und Sängerin im Mittelpunkt steht, gibt sie zu: «Ich möchte mich nicht selbst in Szene setzen. Nur meine Songs.»
Und die sprechen für sich: In «Dein Privileg» singt sie über die Ungerechtigkeiten der Welt, die Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen und unsere Verantwortung als Gesellschaft. In «dunkle Wolken» thematisiert sie den Rechtsrutsch in Europa. Im Song «Am Ende einfach alleine» hingegen nimmt sie das heutige Dating-Leben auf die Schippe. Ihr Spektrum an Texten ist gross. Von unbeschwert bis verzweifelt. Und endlich hat sie sich entschieden, ihre liebsten drei Songs im Studio aufzunehmen und eine EP zu produzieren.
Der erste Song, den sie bereits veröffentlicht hat, heisst «Handtaschenmädchen» und ist ein echter Ohrwurm. Ein Song, der jungen Menschen Mut machen soll, sich so zu zeigen, wie man ist. Dass jeder Mensch, egal ob Handtaschenmädchen oder Surfer-Girl, gleich viel wert ist und dass man sich für die Gesellschaft nicht zu verstellen braucht. Ein Thema, das Daria Calivers, wie sie eigentlich heisst, auch persönlich beschäftigt: «Mir ist es wichtig, mir treu zu bleiben, ungeachtet von Genderstereotyoen oder Rollenerwartungen.»
Dari hofft, dass sich die Menschen mit ihren Songs identifizieren können. Besonders die Menschen, die auch nicht das einfachste Leben hatten. Oder die, die sich Gedanken um die Zukunft machen. Oder einfach die, die hören möchten, was sie zu sagen hat. «Ich habe keine Angst, meine Meinung zu sagen», betont sie selbstbewusst. «Dennoch darf es zwischendurch auch locker, leicht und selbstironisch sein.»
Auch wenn die Songs von Dari oft tief greifen und voller Schwermut stecken, so schafft es die Künstlerin gekonnt, ein gutes Gefühl zu hinterlassen. Sei es mit schönen Melodien oder hoffnungsvollen Lyrics. «Ich möchte, dass die Songs zwar ins Herz treffen, doch sicherlich will ich keine negativen Gefühle mit meiner Musik auslösen», sagt sie. «Schliesslich macht mich das Musikmachen ja selbst sehr glücklich.»
Und das schon seit sie denken kann. «Ich habe schon immer Musik gemacht. Es war immer mein grösstes Hobby und ich war bekannt dafür. Mit sechs stand ich für mein erstes Musical auf der Bühne, danach folgten Projekte als Sängerin oder Saxophonistin in der Musikschule, mit Bands, ich sang an Hochzeiten und sogar an Gemeindeversammlungen für eine Tafel Schoggi.» Sie lacht. «Als Kind war das eine zufriedenstellende Gage.»
Die Entscheidung, endlich wieder eigene Songs zu schreiben und auf Social Media zu teilen, folgte vor knapp zwei Jahren. Dari setzte sich ans Klavier und besann sich wieder auf sich selbst. Und als sie merkte, dass sie auf Social Media mit ihren Song-Snippets gut ankam, da wuchs der Gedanke in ihr, einige Songs professionell aufzunehmen. «Es haben mich ab und zu Tonstudios angeschrieben, ob ich nicht bei ihnen aufnehmen wolle», sagt Dari. Schliesslich entschied sie sich für die Mu.Sick-Studios in Bern. Hier passte das Bauchgefühl. «Eine teure Angelegenheit», gibt sie zu. «Aber es war eine wahnsinnig spannende und lehrreiche Zeit für mich, diese Aufnahmen zu machen. Ich erst dadurch konnte ich mich musikalisch weiterentwickeln. » Der letzte Song der EP zeigt den Prozess ganz gut: «Endlich mal zu mir» ist ein Indie-Song mit Nischen-Charakter. Und genau das ist die Musik, die Dari künftig weiterhin machen will.
Die Songs sind jetzt nicht mehr nur mit Klavier zu hören, sondern mit Drums, Bass und Gitarre. Schon sehr speziell für die Sängerin, die ihre Songs ausschliesslich mit Klavierbegleitung kannte. Die Profi-Aufnahmen ihrer drei Songs führen Dari nun in die Musikerinnen-Welt: Auch wenn sie am liebsten am Klavier sitzt und Songs schreibt, so muss sie sich plötzlich um viele Dinge kümmern: Social Media, Plattentaufen-Organisation, Pressefotos schiessen und Medien anschreiben. «Es fühlt sich krass an, ein Teil dieses Kuchens zu werden», so Dari. «Es fühlt sich auf einmal nicht mehr wie ein Hobby an, sondern wie ein zweiter Job.»
Ein Job, der in der Plattentaufe im Treibhaus mündet. Am 17. Januar wird sie ihre erste Musikproduktion mit einem Konzert begiessen. Denn auch wenn die Aufnahmen musikalisch ausschweifender sind: Für ihre Live-Performance setzt Dari noch einmal auf «füdliblutt» und zeigt sich ganz nah und intim.
Plattentaufe Dari
Samstag, 17. Januar 2026
Doors 19:30
Start 20:00
Support: Markian (Live-Loop-Vocals)
CHF 15 | 20