Greenfield 2026: Unvergessliche Konzerte

Vom 11. bis 13. Juni fand das legendäre Greenfield-Festival in Interlaken statt. Bei perfektem Wetter genossen rund 80'000 Menschen das Rock-Festival. Die Highlights: Bad Omen und Sabaton!

Autor:in:
Bettina Wyss
Titelbild:
Chregu Egger
Hinweise:

Das Greenfield Festival 2026 in Interlaken war eines dieser Wochenenden, das in die Geschichte der 2026-Wochenenden eingeht. Für mich war es das erste Mal. Ich war neugierig, wie ich mich bei drei Tagen Rock und Metal am Stück fühlen würde. Und ich kann sagen: Ich habe mich nicht nur ins Festival und in die Bands, sondern auch in die Menschen verliebt. So ein friedliches Festival hab ich als alter Festival-Hase selten erlebt. Aber von vorn:

Schon beim Betreten des Areals war spürbar, dass eine gute Energie in der Luft lag. Rundherum war gute Laune und Euphorie spürbar, die einfach friedlich war und in einem sehr angenehmen Rahmen blieb. Man freute sich einfach des Lebens. Das Publikum war bereit, die Bands waren bereit, und Interlaken bot eine perfekte Kulisse für ein Festival, das musikalisch laut, aber auch emotional und verbindend ist. Genau darin liegt die Stärke des Greenfield: Es geht um Atmosphäre. Um Menschen, die für ein paar Tage denselben Puls haben. Um Songs, die man nicht einfach hört, sondern gemeinsam erlebt.

Musikalisch war das Programm stark, vielseitig und über weite Strecken beeindruckend. Punk, Rock, Metalcore und Metal griffen ineinander, ohne dass das Festival beliebig wirkte. Im Gegenteil: Das Greenfield zeigte auch 2026, wie gut harte Musik in all ihren Facetten funktionieren kann, wenn Line-up, Gelände und Publikum zusammenpassen.

Die absoluten Highlights waren jedoch klar Sabaton und Bad Omens

Sabaton lieferten genau das, was man sich von einer grossen Festivalshow erhofft: Wucht, Präzision, Pathos und eine enorme Präsenz. Ihr Auftritt hatte diese seltene Mischung aus musikalischer Härte und fast schon stadiontauglicher Grösse. Es fühlte sich wie ein episches Movie-Soundtrack-Konzert an, das tausende Emotionen gleichzeitig bot. Ich war hin und weg. Sabaton schaffen es wie kaum eine andere Band, Metal so zu inszenieren, dass er gleichzeitig martialisch, mitreissend und überraschend zugänglich wirkt. Das war keine Show, die einfach vorbeizog. Das war ein Ereignis.

Ganz anders, aber nicht weniger eindrücklich, waren Bad Omens. Ihr Auftritt lebte weniger vom klassischen Festivalbombast, sondern von Spannung, Intensität und moderner Dunkelheit. Die Band brachte eine Atmosphäre auf die Bühne, die sofort fesselte. Zwischen schweren Breakdowns, elektronischen Elementen, grossen Melodien und emotionaler Tiefe entstand ein Sog, dem man sich kaum entziehen konnte. Bad Omens wirkten nicht wie eine Band, die einfach ein Set spielt. Sie wirkten wie eine Band, die einen ganzen Raum kontrolliert. Noah (in den sich wohl jeder schockverliebt hat) zeigte eine Stimmvielfalt, wie ich sie selten erlebt habe. Mal sang er zart und hoch wie ein Engel, dann schrie er seine Metal-Hymnen ins Mikrofon. Und das immer in perfekter Intonation, so dass die Gänsehaut keine Chance hatte, sich zwischendurch mal wieder zu erholen. Ich war gefesselt.

Gerade der Kontrast zwischen Sabaton und Bad Omens machte das Greenfield 2026 so stark. Sabaton standen für die grosse, triumphale Metalshow. Bad Omens für die moderne, düstere, emotionale Wucht. Zwei völlig unterschiedliche Ansätze, aber beide auf höchstem Niveau. Genau deshalb blieben diese beiden Auftritte am stärksten hängen.

Natürlich machten auch Acts wie The Offspring Spass (die ganzen Boomer und Millenials rasteten bei Pretty Fly (for a white Guy) oder Self Esteem komplett aus – so auch ich), oder Papa Roach. Auch In Extremo waren richtig gut! Ein wenig enttäuscht waren wir von der Abschlussband, von denen wir uns eigentlich einen fulminanten Abschluss verspachen: Volbeat. Vor Jahren, als ich sie mal live erlebt hatte, brachten sie ein richtiges Rock-Feuerwerk auf die Bühne. Jetzt spielten sie Johnny Cash und irgendwie kam keine Stimmung auf.

In einer anderen Welt

Das Greenfield besticht übrigens nicht nur durch zwei Bühnen mit Festivalsound, sondern auch durch viele weitere Highlights. So ist der Mittelaltermarkt ein absoluter Hammer. Hier kann man Met trinken, Kleider kaufen, Ritterkämpfen zuschauen, alte Spiele spielen und sogar beim Kakerlaken-Wettrennen gewinnen. Ein eigenes, kleines Universum voller liebenswerter Menschen, die alle unglaublich hilfsbereit, freundlich und zuvorkommend sind. Ich habe mich in jeder Situation, immer wohlgefühlt. Das ist nicht bei allen Festivals so.

Greenfield 2026 war laut, intensiv, friedlich, emotional und schlicht grossartig. Und mit Sabaton und Bad Omens hatte dieses Jahr gleich zwei Auftritte, die ich so schnell nicht vergessen werde.

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