Ein magischer Tag am M4Music Festival!

Das zweitägige Popmusikfestival des Migros Kulturprozent im und um den Zürcher Schiffsbau wurde auch dieses Jahr wieder zum Ort der Begegnung und des Austauschs. Hier waren vor allem viele Newcomer:innen, aber auch altbekannte Gesichter aus der Schweizer Musikszene anzutreffen

Autor:in:
Nora Zihlmann
Titelbild:
Nora Zihlmann
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Sowohl für Künstler:innen als auch für Fans hatte das breite Programm etwas zu bieten. Es wurde rege diskutiert, informiert und mit zahlreichen Konzerten überzeugt. Ein Muss also für alle, die etwas mit dem Musik Business zu tun haben oder einfach den musikalischen Life-Momente geniessen.

Im M4Music Bistro fand Live das Female Music Special statt, ein wöchentliches Format des SRF Virus, das sich auf weibliche Musikerinnen fokussiert. Die Singer-Songwriterin Lea Wildhaber berichtet im Gespräch mit Anik Leonhardt über ihr Leben als Dorfkind und davon, dass Musik schon immer das Wichtigste war in ihrem Leben. Neben ihrem Beruf als Lehrerin ist Leas Alltag jedoch schnell ausgefüllt ist. Auf der Bühne ist die sympathische Sarganserin abwechslungsweise mit ihrer Band oder Solo anzutreffen. Eine anschliessende Kostprobe ihrer weichen Indie Klänge wurde dem Publikum nicht vorenthalten.

Vor ihrer Deutschland Tour stattete Lilac Attitude dem M4Music einen Besuch ab und sorgt bereits nach den ersten Tönen für gute Stimmung und Bewegung im durchmischten Publikum. Auf der Open-Air Stage spielten sie happy Songs mit Message. Die junge Indie-Rock Band aus Basel stehen für Hoffnung und Vielfalt auf dem Planeten Erde und beschreibt ihre Stilrichtung als «Floral Grunge».

An der Diskussionsrunde im Jazzclub Moods ging es um Perspektiven nach einem Musikstudium an einer Schweizer Hochschule. Gesprochen wurde über den neuen Musikabschluss «Performance» neben dem der Pädagogik, das Clubleben und dessen Wandel, die Professionalisierung in der Selbständigkeit als Musiker:in und reale Berufsaussichten. Die «Frau mit den frechen Fragen», wie sich Valérie Wacker vom SRF selbst nennt, wurde ihrem Namen gerecht und sorgte für ein spannendes Gespräch.

Gleich weiter gings in der Box mit Fakten und Zahlen zu unserem sich verändernden Nachtleben. Anhand von einer Studie wurde das Schweizer Ausgehverhalten analysiert und Schlüsse daraus gezogen. Ob es nun an zu hohen Eintrittspreisen, der Bevorzugung eines Spielabend bei Freunden oder am Rückgang des Alkoholkonsums liegt, eins ist klar Clubs und Konzerthäuser haben auch schon bessere Zeiten erlebt.

Nach dem bereits vielversprechenden Soundcheck bot der Genfer Rapper Dibby eine mitreissende Show inklusive Tanzeinlagen seiner Crew. Seine Musik steht für Queerness und Diversität, was er mit dem Song «Arc-en-ciel» (Regenbogen) feierlich zum Ausdruck bringt und mit den einführenden Worten «For all our differences, love interests, colors» unterstreicht. Als er dann diesen auch noch mitten im Publikum performte wurde es richtig magisch.

Kaum war das Konzert auf der OpenAir Stage verklungen, zog von der anderen Seite des Vorplatzes Nebel auf, dicht gefolgt von bouncigem Techno. Der Lamate Stand verwandelte sich in kürze zu einem DJ-Wagen und liess handfeste Beats über den Platz dröhnen. Die gekonnten Funky Klaviereinschübe mit Leichtigkeit und Wirkung zwangen die angelockten Zuhörenden im besten Sinne in die Knie. 


Am bekannten nationalen Wettbewerb der Schweizer Musikwelt – der Demotape Clinic – werden Träume wahr. Dieses Jahr wurden über 1000 Tapes eingereicht, 61 davon durften live im Schiffsbau spielen. In den fünf Kategorien Pop, Rock, Electronic, Lyrics und Beats und Out of Genre wurden aufstrebenden Künstler:innen ausgezeichnet. Doch nur eine Band gewann den «Demo of the Year» Titel. Dieses Jahr räumte XOXO aus Zürich ab mit dem Song «Razor Sharp Feathers». Wie die Hard-Rock Band bei der Preisverleihung ganz cool verkündete, hatten sie ihren Gewinn bereits am Morgen manifestiert.  Die Award Show in der Halle wurde musikalisch begleitet von Sami Galbi - er gewann 2024 an der m4music Demotape Clinic und Jamila, die ebenfalls erneut am M4Music spielte. 

Die Singer-Songwriterin Akryl und Ihre Band brachten verträumten Indie-Pop aus St. Gallen mit. Ihre deutschen Texte erzählen vom Erwachsen werden, verschiedener Gefühlswelten und Veränderungen. Nachdem letztes Jahr ihre erste EP rauskam, spielte die Band am diesjährigen M4Music das erste Mal in Zürich. 

Die Mundartsängerin Melina Nora brachte gleich einen ganzen Chor mit auf die Bühne. Sie verkündete an ihrem Auftritt: «Jez diemer die Hallu zum Schwingu bringu». Das taten sie dann auch. Es war nicht nötig jedes Wort zu verstehen, um sich von den ruhigen Melodienreisen zu verzaubern zu lassen. 

Nach längerer Pause kehrte Stereo Luchs mit seinen unverkennbaren Tracks und viel Bass auf die Bühne zurück. Dabei war er sich nicht mal sicher, ob er die Show am M4Music aufgrund eines Todesfalls in der Familie energietechnisch überhaupt spielen könne. Bei der charakteristischen Mischung zwischen Dancehall, R&B, Hip-Hop und Afrobeat lagen sich die Leute in der grossen Halle in dem Armen und sangen euphorisch mit. Um die Energie musste sich auf jeden Fall keine Sorgen gemacht werden.

Es gab also neben auch dieses Jahr wieder einiges zu sehen und zu hören am M4Music. Wer weiss, ob ihr euch nächstes Jahr vielleicht gleich selbst von der Festivalmagie überzeugen werdet.

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