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Verbundenheit als widerständige Praxis – über Sprach-, Landes- und Identitätsgrenzen hinweg. Über jene Grenzen hinweg, die die Kehrtwende der Gesellschaft zurück zu konservativ-fundamentalistischen und faschistischen Ideologien wieder mit Stacheldraht montiert. Queere und migrantische Identitäten werden ausgeschlossen und bedroht, die Familie reduziert auf Tradwifes und Alpha-Dudes, Freiheit den Privilegierten vorbehalten.
Ein Widerstand gegen diesen Lebensentwurf zeigt sich in der Ko-Produktion «Letters». Diego Aramburo, nicht-binäre Künstler*in aus Bolivien, entwickelte gemeinsam mit Beatrice Jimmy, queere Performer*in aus einer Sempacher Bauernfamilie, ein intimes und gesellschaftliches Protokoll aus Briefen, die sie an ihre Kinder und Mütter richten. Die Performance dieser persönlichen Realitäten ist eine Einladung, Erfahrungen zu teilen und den Blick auf einen Alltag zu werfen, der noch immer als Ausnahme gelesen und behandelt wird. Und sie ist eine Aufforderung, über die Solidarisierung die starren Ab- und Ausgrenzungen aufzulösen.
Die mehrsprachige Ko-Produktion des Südpol Luzern, der Kaserne Basel und des Matadero Cochabamba zeigt einfühlsam und eindringlich, dass sich Traditionen, Elternschaft, queere Identitäten und Transnationalität nicht ausschliessen müssen. Die Produktion machte bereits Halt in Sucre, Cochabamba, Buenos Aires, Bern und Basel, nun auch am 14., 16. und 17. Oktober in Luzern. Am 17. Oktober findet vor der Aufführung das offene Gespräch «Wir sind Familie» statt. Die Kollaboration mit dem Forschungsprojekt «Queere Familien in der Schweiz» öffnet Perspektiven auf den Begriff Familie und was er beinhalten kann.
Briefe tragen nicht nur eine poetische Stille in sich, sondern auch das Potenzial, einen sinnlichen Dialog zu beginnen, Verständnis zu schaffen und gemeinsam einen Wandel zu bewirken. Sie gelten als Manifeste, Brandmauern und Megaphone gegen all jene, die das Vernichten wollen, was Briefe ausmacht: die Freiheit, die eigene Sprache und Realität zu verwirklichen und mitzuteilen.
Also, lade jemanden per Brief ein, gemeinsam «Letters» im Südpol zu schauen!
Infos und Tickets gibt es HIER. Die Produktion wird nach Luzern noch im Burgbachkeller Zug aufgeführt und für Globetrotter*innen am 22. und 23. Januar 2027 am FITAM in Santiago de Chile.